Lernfreude erhalten

Die meisten Schulanfänger freuen sich auf die Schule. Sie sind neugierig und haben Lust etwas zu erfahren und zu erforschen. Diese Lernfreude gilt es zu erhalten und zu fördern, denn Motivation trägt laut empirischer Forschungen wesentlich zur positiven kognitiven Entwicklung bei, die wiederum Grundlage schulischer Leistungserfolge ist. In der Tat beeinflusst die motivationale Haltung die Schulleistungen im Laufe der Grundschulzeit stärker als die kognitive Eingangsbedingung. Kinder mit positivem Leistungsverhalten sind viel eher in der Lage, ihr kognitives Fähigkeitspotential auszuschöpfen. Vor Eintritt in die Schule überwiegt das spielerische, von aktuellen Vorlieben geleitete Lernen, an dessen Stelle ein strukturierter Erwerb der Kulturtechniken im Rahmen (mehr oder weniger) festgelegter Arbeitsabläufe tritt. Die Lernumwelt Schule fordert die zuverlässige Erledigung von außen gesetzter Aufträge innerhalb bestimmter Zeitgrenzen, unabhängig von der eigenen Interessenslage. Die in Familie und Kindertagesstätten erlebte ermutigende und helfende Zuwendung der Bezugspersonen, wird um den Aspekt einer auf Leistungsergebnissen bezogenen Rückmeldung ergänzt. Durch häufige Misserfolgserlebnisse entwickeln Kinder verständlicherweise mit der Zeit ein negatives Selbstkonzept verbunden mit einer Vermeidungshaltung. Sie benötigen Erfolgserfahrungen, die zu einer Stärkung ihrer Lernfreude und ihrer Leistungsbereitschaft führen.

Diese Aspekte unterstreichen die hohe pädagogische Verantwortung der Lehrerinnen und Lehrer der Melanchthonschule für die Qualität ihres  Unterrichts sowie  ihrer pädagogischen Grundeinstellung und führten zu dem Entschluss den Baustein „Lernfreude erhalten“ zu einem der acht Säulen unseres Schulprogramms zu erheben.

Welche Forderungen ergeben sich daraus für den Unterricht an der Melanchthonschule? Ermutigende Erziehung bedingt für uns:

  • eine differenzierte Aufbereitung des Unterrichtsstoffes durch Variieren des Schwierigkeitsgrades und dem Angebot von Lösungshilfen
  • die Möglichkeit, Könnensbewusstsein zu erlangen
  • die Berücksichtigung des persönlichen Lernzuwachses durch individuelle Rückmeldungen
  • die Möglichkeit, den Unterricht teilweise mit zu planen und mit zu gestalten
  • und nicht zuletzt durch die Mitgestaltung einer fröhlichen, unbeschwerten Lernatmosphäre durch Gemeinschaftserlebnisse wie Klassenfahrten, Tagesausflüge, Projekte und Schulfeiern.

Diese Überlegungen finden ihren ausführlichen Niederschlag in dem Baustein „Individuelle Fo(e)rderung“.